Jede Geburt ist einzigartig und ein unbeschreibliches Erlebnis und trotzdem versuche ich nach eurer Geburt, dieses Erlebnis aus meiner Sicht in Worte zu fassen. Dabei hilft mir Stephanie von Schreibfee www.schreibfee.ch.

Mit ihr zusammen verfasse ich für 60.- Franken einen schönen Geburtsbericht, der deine Familie immer wieder an eure Geburt erinnern wird.

Beispiel

SIMONS GEBURT

VON DEINER DOULA NICOLE ERZÄHLT
10. MÄRZ 2020

WIRBELWINDS LANGER WEG MIT SCHNELLEM ENDSPURT

DU KÜNDEST DEINE ANKUNFT AN
Alles begann am 10. März 2020, einem Mittwoch. Am Nachmittag bemerkte dein Mami den Abgang des Schleimpfropfs. Ein noch un-spektakuläres Ereignis, das uns aber ankündete: Bald hat das Warten ein Ende und du bist da!
Prompt setzten am Abend die ers-ten leichten Wehen ein. Dein erfah-renes Mami legte sich aber noch-mals zur Ruhe. Auch ich als Doula nutzte die Gelegenheit für einige Stunden Schlaf – das Schlafen ge-lang deinem Mami aber schon nicht mehr so gut.
Um 3.15 Uhr weckte mich der Anruf von deinem Mami. Die Wehen kamen nun in regelmässigen aber noch grossen Abständen. Ich hatte damit gerechnet und machte mich sofort auf den Weg, um euch ab-zuholen. Dein Papi blieb bei deinen Geschwistern, welche tief und fest schliefen und vom Ganzen nichts mitbekamen.
Alles ging ruhig und ohne Hektik vor sich und wir kamen um 4.30 Uhr im Kantonsspital Winterthur an.
Zuerst wurdet ihr durchgecheckt; deine Herztöne, wie du liegst, die Wehen. Und da dein Mami etwas geblutet hatte, wurde auch gleich ein Ultraschall gemacht, der uns zum Glück zeigte, dass es dir wun-derprächtig ging.
Als man um 5.30 Uhr den Mutter-mund kontrollierte, wurde festge-stellt, dass dieser schon 2 cm offen war, dein Köpfchen schon tief im Becken lag und der Gebärmutter-hals verschwun¬den war. Alles bes-tens!

WARTEN UND RUHEN
Doch auch wenn alles auf „Start“ stand, hattest du es wohl noch nicht so eilig. Die Wehen gingen zurück. Wir zogen dann ins Geburtszimmer um, wo dein Mami erstmal etwas gedöst und Medita-tionen gehört hat. Wir sammelten Kraft für diesen Tag – deinen Ge-burtstag!
Im Laufe des Morgens beschlossen wir dich etwas zu wecken, indem wir die Wehen wieder hatten in Gang bringen wollen. Mami stieg das ganze Treppenhaus vom 12. Stock her hinunter. Draussen erwar-tete uns ein sonniger, warmer Tag, Frühling lag in der Luft und entlang des Spazierweges sprossen überall Tulpen.
Das Spazieren erschöpfte dein Mami. Darum gingen wir zurück aufs Zimmer, wo sie nochmals ein wenig ruhen konnte, wobei sie etwas verpasste: Um 10.00 Uhr be-gann es vor dem Fenster zu schneien wie wild, ein richtiger Schneesturm, auf den aber gleich wieder Sonnenschein folgte. Und mir kam ein Gedanke:
Ob du wohl auch so ein lustiger Wirbelwind wirst? Bestimmt!
AUF DIE SPRÜNGE HELFEN
Leider waren die Wehen schon wieder weniger geworden. Viel-leicht brauchte Mamis Körper ein-fach noch etwas Zeit - oder auch du, um dich vom wohligen Bauch zu verabschieden? Um 10.30 Uhr bekam dein Mami Craniosacralthe-rapie, um den Körper auf die Ge-burt vorzubereiten, zu lockern und ihm den Schubs in Richtung Ge-burtsstart zu geben. Aber trotz Be-wegung, Cranio, Tees und Einrei-ben deines Bauchzuhauses mit Nägeliöl, passierte nicht viel.
Mami und ich tauschten uns lange aus: Sollte sie nochmals nach Hause gehen oder doch der Wehenmitte-leinnahme zustimmen? Ich habe dein Mami stets so erlebt, dass sie ganz genau wusste, was für sie und dich das Richtige ist. So entschloss sie sich, um 12.30 Uhr ein Wehen-mittel zu nehmen. Und siehe da, du warst sowas von bereit, denn es ging nicht lange und die Wehen kamen! Zuerst ganz fein, dann im-mer stärker. Dein Mami konnte mit den Wehen sehr gut umgehen, veratmete sie wunderbar und konnte in den Wehenpausen ent-spannen.
Dennoch reichte dies aber nicht aus, um den Muttermund zu eröff-nen, darum wurde nach einer Stunde das Wehenmittel erhöht. Das hat dein Mami stark gespürt, das Veratmen wurde viel schwieri-ger – ihr beide hattet richtig heftig zu arbeiten. Dein Mami blieb aber weiter ganz bei sich und machte alles grossartig.
DEIN MAMI IST SO STARK
Nun wurden die Abstände zwi-schen den Wehen immer kürzer. Mit einem kalten Tuch versuchte ich es deinem Mami angenehmer zu gestalten. Aber dann, nach 2 Stun-den, konnte dein Mami kaum mehr, sie wollte das Wehenmittel abstellen. Mega stark, wie sie wäh-rend der ganzen Geburt immer für sich – und dich – eingestanden ist! Die Hebamme war weiter positiv eingestellt, denn beim Untersuch um 14.30 Uhr stand der Muttermund 5 cm offen. Aber für dein Mami war dies entmutigend, hatte sie doch so fest gearbeitet in den letzten Stunden! Am liebsten wäre sie wohl zu diesem Zeitpunkt einfach da-vongelaufen.

WIE DER BLITZ
Ich hatte nun die Idee, dass war-mes Badewasser deinem Mami etwas die Schmerzen nehmen könnte, so liess die Hebamme die Wanne ein. Unter den starken We-hen noch in eine Badewanne zu steigen war für dein Mami gar nicht so einfach, aber auch dies meister-te sie super gut.
Und siehe da! Kaum war sie in der Wanne, sprang die Fruchtblase – und nur 2 Presswehen später warst du da! Wie ein Blitz kamst du raus, mit ganzer Kraft. Du Wirbelwind!
Dein Mami nahm dich sofort zu sich. Ein Moment des Durchatmens für euch beide.
Die Nabelschnur konnte auspulsie-ren und die Plazenta durfte auch noch kommen. Spannend: Deine Nabelschnur hatte einen Knoten - es wäre interessant zu wissen, wann du dich so stark bewegst hast, dass dieser entstanden ist!

ZEIT ZU KUSCHELN
Nun hattet ihr zwei es euch auf dem Bett bequem gemacht. Ganz fest habt ihr euch eingekuschelt. Man gab euch viel Zeit, um ein-fach zu sein. So durftest du sanft ankommen und ihr konntet euch erforschen und kennenlernen. Du zeigtest rasch deinen Hunger mit lautem Schmatzen und es war wunderschön, wie du sofort kräftig zu trinken begannst. Ein tolles Team seid ihr beide. Dein Mami und du dürft ganz schön stolz auf euch sein, was ihr in diesen zwei Tagen zusammen geleistet habt!
Willkommen auf dieser Welt! Schön bist du da! Es war mir eine Ehre, bei deiner Ankunft dabei zu sein.
Deine Doula, Nicole Stepanek